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Ein Wassertropfen mit einer Seele aus Rosenpollen
Autorin Sabine Salz will mit ihren Kinderbüchern das Interesse für die Natur wecken / Zweites Buch in Arbeit
VON JASMIN SCHÜLKE
Neu-Isenburg - "Ich möchte in meinem Buch Kindern Wissen durch Emotionen nahe bringen", sagt Sabine Salz. Die 49-Jährige hat im September ein Kinderbuch mit dem Titel "Tröpfchens Abenteuer" herausgebracht. Dort wird das Leben auf der Erde aus der Sicht eines kleinen Wassertropfens beschrieben. "Die Idee kam mir beim Fahrradfahren", berichtet die Autorin. Sie radele viel im Stadtwald und sei das eine oder andere Mal in einen Regenschauer gekommen und habe über die einzelnen Wassertropfen sinniert. "Da habe ich mir gedacht, ich muss mal etwas über einen Regentropfen schreiben."
Zweieinhalb Jahre recherchiert
Es war eine Premiere für die gebürtige Berlinerin, die seit fünf Jahren in Neu-Isenburg lebt. Eigentlich hat sie bisher als Bürovorsteherin einer Kanzlei gearbeitet. Doch die Arbeit sei ihr zu trocken gewesen, sie wollte kreativ arbeiten. "Ich hatte zwar schon einiges geschrieben, aber nie an eine Veröffentlichung gedacht." Einige Male habe sie etwas zu Papier gebracht und immer wieder weggeworfen. Die Idee vom kleinen Wassertropfen, der eine Seele aus einem Rosenpollen hat, ließ sie aber nicht mehr los. Zweieinhalb Jahre recherchierte sie über Wassertropfen und ihre Entstehung, bevor sie wusste, was sie wollte: Kein trockenes Lehrbuch, aber auch kein reines Kinderbuch. "Kinder sollen neugierig werden auf die Natur und dabei etwas lernen." Die Geschichte nahm Gestalt an und wurde fertig, doch es fand sich kein Verlag, der "Tröpfchens Abenteuer" herausbringen wollte. Da gründete Sabine Salz mit ihrem Lebensgefährten Dan Timor einen eigenen Verlag, in dem ihr Kinderbuch sowie ein von Timor verfasstes Werk mit dem Titel "Süß-Sauer" nun erschienen ist.
Liebevolle Illustrationen
Schlägt man "Tröpfchens Abenteuer" auf, fallen sofort die liebevollen Illustrationen ins Auge, die die Seiten zieren. Die blauen Regentropfen haben richtige Gesichter und zeigen Gefühle. Sie sitzen auf Wolken, spielen mit Fischen im Teich und rieseln im Winter als Schneeflocken vom Himmel. Die Zeichnungen stammen von Kerstin Lochner, einer Absolventin der renommierten Frankfurter Städelschule, die die Geschichte der Regentropfen in Bildern umgesetzt hat.
Momentan arbeitet das Paar noch von zu Hause aus. Doch es gibt viele Pläne. "Ich möchte allerdings vorerst bei Kinderbüchern bleiben", sagt Sabine Salz. Vor allem wolle sie den schrecklichen Werken aus Amerika "etwas entgegensetzen". Die sind ihrer Ansicht nach nur flach und lieblos, aber leider erfolgreich. "Viele Buchhändler scheuen kleine Verlage und interessieren sich nur für kommerzielle Sachen." Diese Erfahrung habe sie auf der Frankfurter Buchmesse Anfang Oktober gemacht, wo der kleine Verlag mit dem Namen Tisa zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten war und "Tröpfchens Abenteuer" präsentierte. Dort habe sie auch einige Kontakte knüpfen können, berichtet die Autorin. Ein Regisseur habe sich für die Geschichte der Wassertropfen interessiert und ein Exemplar mitgenommen. "Ich könnte mir eine Fernsehserie mit den Wassertröpfchen vorstellen", sagt die Autorin.
An einer Fortsetzung der Abenteuer wird derzeit eifrig gefeilt. Im zweiten Teil wagen sich die kleinen Wassertropfen bis ins Weltall, um anschließend von ihren Erfahrungen zu berichten. Das Buch soll nächstes Jahr erscheinen. Aber Sabine Salz ruht nicht, sie hat schon eine weitere Geschichte im Kopf. "Ich möchte Kindern die Politik und die Weltreligionen nahe bringen." Am Beispiel eines Landes wolle sie die Geschichte des Christentums, des Judentums und des Islams erzählen. Ferner plant sie Lesungen in Büchereien und Kindertagesstätten.
Sie wolle Kinder und Jugendliche dazu anregen, ihre Ideen zu Papier zu bringen. "Kinder sind ein Quell an Ideen und Phantasien." Ihr Traum sei es, diese Projekte im Verlag zu fördern. Dafür muss allerdings erst eine finanzielle Basis geschaffen werden. Aber nicht nur Kinder können sich an den Tisa-Verlag wenden. "Wir wollen die Bücher unbekannter, hoffnungsvoller Autoren vertreiben und ihnen Mut machen."
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Dokument erstellt am 18.10.2006 um 00:13:38 Uhr
Erscheinungsdatum 18.10.2006 | Ausgabe: R6 | Seite: 32


